Die Berechnung des CO2-Fußabdrucks eines Unternehmens kann ganz unterschiedlichen geschäftlichen Zielen dienen. Einige Organisationen möchten ihr erstes THG-Emissionsinventar erstellen, andere müssen sich auf eine ISO 14064-Verifizierung vorbereiten, während multinationale Hersteller möglicherweise nach einer Lösung suchen, die große Datenmengen von Produktionsstandorten in mehreren Ländern erfassen und verwalten kann.
Die besten Softwarelösungen für den CO2-Fußabdruck gehen auf diese Anforderungen auf unterschiedliche Weise ein. Einige vereinfachen die Emissionsberechnungen, andere sind auf Produktlebenszyklusanalysen spezialisiert, und wieder andere verknüpfen die Treibhausgasbilanzierung mit ESG-Reporting, Compliance und Dekarbonisierungsmaßnahmen.
Wie können Unternehmen also die richtige Software für den CO2-Fußabdruck für ihre betrieblichen Anforderungen finden?
Wir haben fünf Lösungen ausgewählt und deren Funktionen, Stärken und Grenzen verglichen, um Unternehmen dabei zu unterstützen, zu bewerten, welche Plattform am besten zu ihrer Organisationsstruktur und ihren langfristigen Zielen passt.
Was ist Carbon Footprint Software und warum brauchen Unternehmen sie?
Carbon Footprint Software unterstützt Unternehmen dabei, Treibhausgasemissionen (THG) ihrer Geschäftstätigkeit zu erfassen, indem sie Daten zu Energieverbrauch, Transport, Beschaffung und Produktion in ein strukturiertes Emissionsinventar umwandelt.

Ein Corporate Carbon Footprint kann Scope-1-, 2- und 3-Emissionen umfassen und deckt direkte Emissionen, indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie sowie weitere indirekte Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ab.
Diese Werkzeuge werden häufig auch als Carbon Accounting Software oder THG-Bilanzierungssoftware bezeichnet. Sie unterstützen die betriebliche Treibhausgasbilanzierung, indem sie Unternehmen bei der Berechnung und Überwachung ihrer Emissionen helfen – meist angegeben in Tonnen CO₂-Äquivalent (CO₂e).
Eine verlässliche CO₂-Fußabdruck-Berechnung ermöglicht es zudem, Emissionen über verschiedene Berichtszeiträume hinweg zu vergleichen, wesentliche Emissionsquellen zu identifizieren und die Konsistenz der angewandten Methoden zu wahren.
Von Excel-Tabellen zum strukturierten Emissionsmanagement
Betrachten wir ein Unternehmen mit einer einzigen Produktionsstätte, in dem nur wenige Mitarbeitende für die Erfassung von Umweltdaten zuständig sind. Eine Tabellenkalkulation oder ein einfacher CO₂-Rechner kann ausreichen, um ein erstes Emissionsinventar zu erstellen – vorausgesetzt, die Berechnungen folgen anerkannten Methoden.
Die Situation ändert sich grundlegend, sobald Daten aus mehreren Abteilungen, Produktionsstandorten oder Tochtergesellschaften zusammengeführt werden müssen.
Energieverbrauchsdaten werden oft von der Finanzabteilung verwaltet, Transportdaten von Logistikteams und Einkaufsinformationen von Einkaufsleitern – häufig über unterschiedliche Systeme und Formate hinweg.
In solchen Fällen ermöglicht ein dediziertes Carbon-Footprinting-Tool Unternehmen, Informationen zu zentralisieren, Verantwortlichkeiten zuzuweisen und den Fortschritt der Datenerfassung zu überwachen. Zudem sichert es Emissionsfaktoren und Berechnungsmethoden, was die jährliche Aktualisierung des Inventars erheblich erleichtert.
Der unmittelbare operative Nutzen besteht in der Reduzierung des manuellen Aufwands für die Erfassung, Validierung und Konsolidierung von Emissionsdaten.
Wichtige Funktionen bei der Auswahl einer Carbon Footprint Software
Zwei Plattformen können gleichermaßen angeben, Scope-1-, 2- und 3-Emissionen zu berechnen, sich jedoch in ihren Funktionen zur Verwaltung der zugrunde liegenden Daten erheblich unterscheiden.
Bevor Anbieter verglichen werden, sollten Unternehmen daher diejenigen Funktionen prüfen, die den größten Einfluss auf die betriebliche Effizienz, die Datenqualität und die Zuverlässigkeit ihres Emissionsinventars haben.

Berechnung von Scope-1-, 2- und 3-Emissionen
Die erste Anforderung ist die Fähigkeit, Emissionen über verschiedene Kategorien hinweg unter Verwendung geeigneter Methoden und Emissionsfaktoren zu berechnen.
Scope-3-Emissionen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Ihre Berechnung kann Informationen von Hunderten von Lieferanten erfordern, einschließlich Daten zu eingekauften Materialien, Transport, Distribution und der Nutzung verkaufter Produkte.
Unternehmen sollten prüfen, ob die Software zwischen physischen Aktivitätsdaten und ausgabenbasierten Schätzungen unterscheidet, die Aktualisierung von Emissionsfaktoren ermöglicht und die den Berechnungen zugrunde liegenden Annahmen dokumentiert.
Diese Funktionen helfen Organisationen, die Genauigkeit ihres THG-Inventars zu beurteilen und die Datenqualität kontinuierlich zu verbessern – insbesondere bei komplexen Lieferketten.
Einhaltung internationaler Standards und Audit-Bereitschaft
Für Unternehmen, die eine unabhängige Verifizierung nach ISO 14064-1 planen, ist die bloße Berechnung der Emissionen nur ein Teil des Prozesses.
Sie müssen auch nachweisen können, woher ihre Daten stammen, welche Methoden angewendet wurden und wie die Ergebnisse berechnet wurden.
Software, die für diese Anforderungen konzipiert ist, sollte Rückverfolgbarkeit von Daten bieten, Nachweise archivieren und es ermöglichen, Berechnungen bei externen Prüfungen lückenlos zu rekonstruieren.
Die Ausrichtung an international anerkannten Standards zur Treibhausgasbilanzierung, wie dem GHG Protocol, stellt die methodische Konsistenz über Berichtszeiträume und Geschäftsbereiche hinweg sicher.
Für Unternehmen, die eine Verifizierung oder Zertifizierung ihres CO₂-Fußabdrucks durch Dritte nach geltenden Standards anstreben, können diese Funktionen die Vorbereitung von Audits erheblich vereinfachen.
Automatisierte Datenerfassung und Multi-Site-Management
Nehmen wir einen produzierenden Konzern, der Energieverbrauchsdaten von 20 Standorten in Europa, Asien und Nordamerika erfassen muss.
Jeder Standort nutzt unter Umständen andere Informationssysteme, hat eigene Datenverantwortliche und folgt spezifischen internen Verfahren.
Eine automatisierte Carbon Footprint Software für Unternehmen mit dieser Komplexität sollte die standortbezogene Datenerfassung, die Zuweisung von Verantwortlichkeiten und die Konsolidierung von Emissionen auf Konzernebene unterstützen.
Eine weitere wichtige Funktion ist die Integration in bestehende Unternehmenssysteme, einschließlich ERP- und CRM-Plattformen. Die Anbindung dieser Systeme kann manuelle Datenübertragungen reduzieren und Unternehmen dabei helfen, bereits im Betrieb vorhandene Informationen direkt zu nutzen.
Dekarbonisierungsmanagement und Integration mit weiteren ESG-Prozessen
Sobald ein Unternehmen sein Emissionsinventar berechnet hat, kann es mit der Definition von Reduktionszielen und der Identifizierung von Maßnahmen zu deren Erreichung beginnen.
Aus diesem Grund ist eine Software zur Nachverfolgung des CO₂-Fußabdrucks besonders dann von Vorteil, wenn sie auch die Planung und Überwachung der Dekarbonisierung unterstützt.
Unternehmen, die ihren CO₂-Fußabdruck reduzieren möchten, können diese Funktionen nutzen, um Emissionsreduktionspläne aufzustellen, Maßnahmen nachzuverfolgen und die tatsächlichen Ergebnisse mit den definierten Zielen abzugleichen.
Die Festlegung von Klimazielen kann zudem durch anerkannte Rahmenwerke wie die Science Based Targets initiative gestützt werden.
Die Verknüpfung von Emissionsinventaren mit Scope-1-, 2- und 3-Reduktionsstrategien ermöglicht es Unternehmen, die Wirksamkeit von Dekarbonisierungsmaßnahmen im Zeitverlauf zu überwachen.
Ebenso wertvoll ist die Integration, wenn Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten ausweiten.
Beispielsweise kann ein Hersteller zunächst seinen Corporate Carbon Footprint berechnen und sich später dazu entscheiden, die Emissionen einer bestimmten Produktlinie zu erfassen.
Verfügt die Plattform über miteinander verknüpfte Module, können bereits erfasste relevante Informationen – wie Energieverbrauchs- und Produktionsdaten – über eine Product Carbon Footprint Software zusammen mit zusätzlichen produktspezifischen Daten und der passenden Berechnungsmethode wiederverwendet werden.
Dies ist besonders relevant für Hersteller in Branchen wie der Automobilindustrie, Verpackungs-, Chemie- und Modebranche, in denen Emissionsberechnungen auf Produktebene detaillierte Informationen über Materialien und Fertigungsprozesse erfordern.
Derselbe Ansatz kann Product Carbon Footprint-Berechnungen, Ökobilanzen (LCA) und andere ESG-Prozesse unterstützen, doppelte Datenerfassungen vermeiden und die Konsistenz über verschiedene Analysen hinweg verbessern.
Vergleich der besten Carbon Footprint Softwarelösungen
Welche Carbon Footprint Softwarelösungen sollten Unternehmen in Betracht ziehen?
Wir haben fünf Plattformen mit unterschiedlichen Schwerpunkten ausgewählt – von Carbon Accounting Software für Unternehmen bis hin zu Werkzeugen für Produktbewertungen und Emissionsmanagement.
Metrikflow: für multinationale Hersteller, Multi-Site-Betriebe und Compliance
Das Management von Emissionen einer einzelnen Produktionsstätte ist deutlich weniger komplex als die Koordination eines Industriekonzerns mit mehreren Tochtergesellschaften, internationalen Produktionsstandorten und großen Mengen verteilter Daten.
Metrikflow konzentriert sich auf Organisationen mit dieser zweiten Herausforderung und bietet eine vernetzte ESG- und Compliance-Plattform mit einem dedizierten Modul für Carbon Footprint Software.
Die Plattform ermöglicht es Unternehmen, Informationen aus verschiedenen Werken zu bündeln, den Erfassungsfortschritt zu überwachen und Emissionen auf Unternehmensebene nach anerkannten Standards wie dem GHG Protocol und der ISO 14064-1 zu konsolidieren.
Einer der Hauptvorteile ist die Integration zwischen den Modulen.
Unternehmen können mit der Berechnung ihres Corporate Carbon Footprint beginnen und relevante Informationen später für LCA-Software, Product Carbon Footprints, ESG-Berichterstattung und weitere Compliance-Aufgaben wiederverwenden.
Metrikflow umfasst außerdem ein eigenes Dekarbonisierungsmodul, das die Planung und Überwachung von Maßnahmen zur Emissionsreduktion unterstützt. Ergebnisse aus der THG-Bilanzierung können somit direkt in operative Prioritäten einfließen und helfen, Fortschritte im Hinblick auf Reduktionsziele nachzuverfolgen.
Die Plattform lässt sich in bestehende CRM- und ERP-Systeme integrieren, einschließlich SAP, wodurch Unternehmen Daten nutzen können, die in ihrer IT-Infrastruktur bereits vorhanden sind. Dies ist besonders für multinationale Hersteller relevant, deren Daten über mehrere Systeme und Produktionsstandorte verteilt sind.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Konfigurationsprozess der Plattform.
Vor der Implementierung arbeitet das Team von Metrikflow direkt mit den Kunden zusammen, um spezifische Einstellungen an deren betriebliche Anforderungen anzupassen, einschließlich der Auswahl von Emissionsfaktoren und Abläufen zur Datenerfassung.
Diese Kombination aus zentralisiertem Emissionsmanagement, vernetzten Modulen und direkter Unterstützung bei der Implementierung kann für komplexe, international tätige Industrieunternehmen besonders wertvoll sein.
Balocco: Ein Praxisbeispiel für THG-Bilanzierung und ISO 14064-Verifizierung
Der italienische Lebensmittelhersteller Balocco zeigt beispielhaft, wie Metrikflow ein strukturiertes Management des Corporate Carbon Footprints unterstützen kann.
Das Unternehmen führte die Plattform ein, um Scope-1-, 2- und 3-Emissionen zu messen und den Verifizierungsprozess nach ISO 14064 zu begleiten.
Balocco schloss über drei Jahre hinweg drei Audits erfolgreich ab und zeigte damit den Wert eines einheitlichen, rückverfolgbaren Emissionsmanagements.
Das Projekt belegte zudem messbare Effizienzsteigerungen im Emissionsmanagement und in der Berichterstattung, wie in der Fallstudie zu Balocco und Metrikflow detailliert beschrieben ist.

Up2You: für Unternehmen mit fokussierten Anforderungen an THG-Bilanzierung und ESG
Nicht jedes Unternehmen muss Dutzende von Standorten koordinieren oder vielfältige Nachhaltigkeitsprozesse miteinander verknüpfen.
Für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihr erstes THG-Inventar erstellen oder bestimmte ESG-Maßnahmen einführen, kann eine fokussiertere Lösung völlig ausreichen.
Up2You bietet mehrere digitale Werkzeuge, darunter CliMax für das Emissionsmanagement, Choral für ESG-Aktivitäten und Network für das Management der Wertschöpfungskette.
Diese Lösungen decken unterschiedliche Nachhaltigkeitsanforderungen ab und eignen sich besonders für Organisationen mit weniger komplexen Betriebsabläufen.
Ein zu beachtender Aspekt ist die operative Integration zwischen den Tools. CliMax, Choral und Network erfüllen jeweils eigene Funktionen, weshalb Unternehmen prüfen sollten, wie Informationen zwischen ihnen geteilt und wiederverwendet werden können.
Für Industriekonzerne mit mehreren Standorten und großen Mengen verteilter Daten kann eine Plattform wie Metrikflow durch zentrales Informationsmanagement und vernetzte Module Vorteile bieten.
SimaPro: für fortgeschrittene Ökobilanzen (LCA) und Product Carbon Footprints
Ein Hersteller, der die Umweltauswirkungen zweier Materialien vergleicht, alternative Produktionsverfahren bewertet oder detaillierte Product-Carbon-Footprint-Studien durchführt, benötigt häufig spezialisiertere Funktionen zur Ökobilanzierung.
SimaPro ist eine etablierte Softwarelösung in diesem Bereich, die komplexe Ökobilanzen durch spezialisierte Datenbanken und Methoden zur Wirkungsabschätzung unterstützt.
Ihre methodische Tiefe ist eine zentrale Stärke – insbesondere für Fachleute, die detaillierte Umweltanalysen auf Produktebene durchführen.
Einige Nutzer der traditionellen Desktop-Versionen empfinden die Benutzeroberfläche jedoch als veraltet und weniger intuitiv im Vergleich zu moderneren Alternativen. Die Konfiguration komplexer Berechnungen kann zudem spezielles Fachwissen und eine längere Einarbeitungszeit erfordern.
Für Unternehmen, die primär nach einer fortschrittlichen LCA-Software für Produkte suchen, kann SimaPro eine passende Wahl sein.
Organisationen, die zusätzlich ein kontinuierliches Management des Corporate Carbon Footprint, abteilungsübergreifende Koordination und integrierte ESG-Prozesse benötigen, sollten die Lösung mit Plattformen vergleichen, die für den breiteren Unternehmenseinsatz konzipiert sind.
SAP Sustainability Footprint Management: für Unternehmen mit SAP-Systemen
Unternehmen, die Beschaffung, Fertigung und Materialwirtschaft bereits über SAP steuern, können von einer Software profitieren, die diese Betriebsdaten direkt für Emissionsberechnungen nutzt.
SAP Sustainability Footprint Management ist für diesen Zweck ausgelegt und integriert sich in das SAP-Ökosystem, um Berechnungen des CO₂-Fußabdrucks auf Unternehmens- und Produktebene zu unterstützen.
Seine wesentliche Stärke liegt in der Verknüpfung mit bestehenden Unternehmensdaten, was manuelle Übertragungen reduzieren und Berechnungen über komplexe Betriebsabläufe hinweg erleichtern kann.
SAP bietet zudem Konfigurationsmöglichkeiten, einschließlich der Nutzung kundenspezifischer Emissionsfaktoren. Allerdings sollten Unternehmen den Implementierungsaufwand und das Betreuungsmodell prüfen, das häufig externe Berater und Implementierungspartner erfordert.
Wichtig ist: Unternehmen, die SAP nutzen, müssen nicht zwingend auch die Carbon Footprint Software von SAP einsetzen.
Metrikflow kann in SAP-ERP-Systeme integriert werden, sodass Unternehmen ihre bestehende IT-Infrastruktur beibehalten und gleichzeitig eine spezialisierte Plattform für das Carbon Accounting und weitere ESG-Aktivitäten nutzen können.
Für Organisationen, die eine direkte Zusammenarbeit mit ihrem Softwareanbieter suchen, bietet Metrikflow ein anderes Einführungsmodell: Das Team konfiguriert ausgewählte Plattformfunktionen vor Projektbeginn gemeinsam mit dem Kunden entsprechend den jeweiligen betrieblichen Anforderungen.
SAP bleibt insbesondere für Großunternehmen relevant, die bereits intensiv in einer gewachsenen SAP-Landschaft arbeiten.
Greenly: für Unternehmen, die strukturierte Prozesse zur Emissionsüberwachung aufbauen
Ein Unternehmen mit gut organisierten Finanzdaten, aber wenig Erfahrung im Carbon Accounting, kann zu Beginn Ausgabendaten nutzen, um seinen CO₂-Fußabdruck für bestimmte Emissionskategorien zu schätzen.
Greenly unterstützt diesen Ansatz durch die Kombination aus Datenerfassung, Berechnung von Scope-1-, 2- und 3-Emissionen sowie kontinuierlicher Emissionsüberwachung.
Für bestimmte Scope-3-Kategorien kann die Plattform ausgabenbasierte Methoden anwenden und Emissionsfaktoren auf verschiedene Ausgabenkategorien beziehen. Diese Schätzungen können Unternehmen im Nachgang durch spezifischere physische Aktivitätsdaten verfeinern.
Dieser Ansatz kann Unternehmen dabei helfen, ihr erstes Emissionsinventar zu erstellen, herauszufinden, welche Aktivitäten den größten Beitrag zum Unternehmensfußabdruck leisten, und Bereiche zu identifizieren, die einer detaillierteren Analyse bedürfen.
Für Unternehmen mit komplexen industriellen Abläufen bleibt es jedoch wichtig zu prüfen, wie gut die Plattform physische Aktivitätsdaten, Mehrmandanten- bzw. Multi-Site-Strukturen und die Verknüpfung mit weiteren Compliance-Prozessen bewältigt.
Vergleichstabelle für Carbon Footprint Software
Software | Hauptstärke | Optimal geeignet für |
|---|---|---|
Metrikflow | Zentralisiertes Emissionsmanagement über mehrere Produktionsstandorte hinweg | Große Hersteller und multinationale Industriekonzerne |
Up2You | Spezialisierte Module für Carbon Accounting und ESG | KMU und Unternehmen mit fokussierten Nachhaltigkeitsanforderungen |
SimaPro | Fortgeschrittene Funktionen zur Ökobilanzierung (LCA) | Unternehmen, die detaillierte Umweltbewertungen von Produkten benötigen |
SAP | Integration in bestehende ERP-Systeme | Großunternehmen, die bereits intensiv SAP nutzen |
Greenly | Berechnung und Überwachung von Unternehmens-Emissionen | Unternehmen, die strukturierte THG-Bilanzierungsprozesse aufbauen |
So wählen Sie die passende Carbon Footprint Software für Ihr Unternehmen aus
Betrachten wir zwei Unternehmen: Das erste beschäftigt 80 Mitarbeitende, betreibt einen einzigen Produktionsstandort und möchte seine Emissionen zum ersten Mal erfassen. Das zweite ist ein Industriekonzern mit 20 Produktionsstandorten in Europa, Asien und Nordamerika, die jeweils unterschiedliche Systeme zur Datenerfassung nutzen.
Beide benötigen eine Carbon Footprint Software, doch ist es unwahrscheinlich, dass ein und dieselbe Lösung den operativen Anforderungen beider Unternehmen gleichermaßen gerecht wird.
Für ein KMU mit relativ wenigen Emissionsquellen kann ein Tool genügen, das Berechnungen vereinfacht und bei der Erstellung des Inventars hilft. Ein multinationaler Konzern hingegen muss Datenverantwortliche über Standorte und Tochtergesellschaften hinweg koordinieren und die Datenqualität vor der Konsolidierung sicherstellen.
Die organisatorische Komplexität sollte daher eines der ersten Auswahlkriterien sein, neben Compliance-Anforderungen und langfristigen Unternehmenszielen.
Ist eine unabhängige Prüfung nach ISO 14064-1 geplant, sollte die Software die revisionssichere Aufbewahrung von Nachweisen, historische Daten und die Rückverfolgbarkeit von Berechnungen unterstützen. Diese Fähigkeiten haben direkten Einfluss auf den Zeitaufwand zur Vorbereitung eines Audits.
Auch künftige Anforderungen spielen eine Rolle: Ein Unternehmen beginnt vielleicht mit der Berechnung des Corporate Carbon Footprint und plant, innerhalb der nächsten zwei Jahre LCA-Studien, Product-Carbon-Footprint-Berechnungen oder ein Dekarbonisierungsprogramm einzuführen. In diesem Fall können vernetzte Module Doppelarbeit vermeiden und erlauben es, bereits erhobene Daten für neue Aufgaben weiterzunutzen.
Die Integration in bestehende Unternehmenssysteme sowie das Niveau der Implementierungsunterstützung sollten die Entscheidung ebenfalls beeinflussen. Die Anbindung an eine ERP-Plattform wie SAP kann die Datenerfassung vereinfachen, während Unterstützung bei der Konfiguration durch den Anbieter die Einführung in den verschiedenen Abteilungen erleichtert.
Vor der Entscheidung für eine Lösung sollten Unternehmen eine Demonstration anfordern, die auf einem realen Geschäftsprozess basiert und repräsentative Organisationsstrukturen, Datensätze und Arbeitsabläufe verwendet.
Was kostet Carbon Footprint Software?
Die Kosten für eine Carbon Footprint Software hängen typischerweise von der Anzahl der Nutzer, der Standorte, den benötigten Funktionen, Integrationen und dem gewünschten Support ab.
Für ein Unternehmen mit nur einem Standort kann ein Standard-Abonnement ausreichend sein. Ein multinationaler Industriekonzern benötigt dagegen häufig eine maßgeschneiderte Implementierung, Enterprise-Integrationen und Schulungen für zahlreiche Datenverantwortliche.
Um Anbieter effektiv vergleichen zu können, sollten Unternehmen die Gesamtkosten über drei Jahre (TCO) betrachten – einschließlich Lizenzgebühren, Implementierung, Support und internem Personalaufwand.
Vergleichen wir zwei Plattformen mit unterschiedlichen Abopreisen: Bei der ersten müssen Mitarbeitende Emissionsdaten manuell aufbereiten und zusammenführen, während die zweite Teile der Erfassungs- und Validierungsprozesse automatisiert.
Selbst bei einer höheren Jahresgebühr kann die zweite Plattform wirtschaftlicher sein, wenn sie den Zeitaufwand interner Teams spürbar reduziert.
Eine nützliche Kennzahl ist die Anzahl der Stunden, die für einen jährlichen Berichtszyklus benötigt werden, multipliziert mit dem durchschnittlichen Stundensatz der beteiligten Mitarbeitenden.
Unternehmen, die eine Ausweitung ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten planen, sollten zudem prüfen, wie sich die Preise verändern, wenn weitere Standorte oder Funktionen hinzukommen – etwa Dekarbonisierungsmanagement, Product Carbon Footprints oder ESG-Reporting.
Fazit
Die Wahl der besten Carbon Footprint Software hängt von der Komplexität des Unternehmens und den Prozessen ab, die gesteuert werden sollen.
Für kleinere Unternehmen, die ihr erstes Emissionsinventar erstellen, können Lösungen wie Up2You oder Greenly eine Überlegung wert sein. SimaPro bietet hochspezialisierte Funktionen für Ökobilanzen (LCA), während SAP besonders für Unternehmen relevant ist, die bereits stark im SAP-Ökosystem arbeiten.
Für multinationale Hersteller, die zahlreiche Produktionsstätten, verteilte Datenbestände und komplexe Compliance-Anforderungen bewältigen müssen, bietet Metrikflow eine vernetzte, anpassbare Plattform, die sich in bestehende Unternehmenssysteme integrieren lässt.
Dank spezialisierter Module für Dekarbonisierung, Product Carbon Footprints und weitere ESG-Aufgaben können Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsprozesse zudem schrittweise ausbauen und dabei bereits erhobene Daten kontinuierlich weiterverwenden.
Entdecken Sie die Carbon Footprint Software von Metrikflow, um zu prüfen, wie sie die Anforderungen Ihres Unternehmens unterstützen kann.
MITWIRKENDE
Luis Antezana
Nachhaltigkeitsanalyst
Als studierter Chemieingenieur mit Schwerpunkt auf dem Energiesektor verfolgt Luis einen fundierten technischen und analytischen Ansatz bei der Dekarbonisierung und der Emissionsmessung. Geboren in Bolivien und beruflich in den USA und Europa geprägt, wirkt er bei der Konzeption und Umsetzung von Methoden zur Erstellung von CO₂-Bilanzen und Lebenszyklusanalysen (LCA) mit. So unterstützt er Unternehmen dabei, Emissionen präzise zu quantifizieren und gleichzeitig Potenziale zur Prozessoptimierung, Steigerung der Ressourceneffizienz sowie zur Senkung von Betriebskosten zu identifizieren. Nachhaltigkeit versteht Luis nicht bloß als Pflichterfüllung, sondern als Treiber messbaren geschäftlichen Mehrwerts: Er verknüpft Umweltleistung mit wirtschaftlicher Rentabilität, Risikominimierung und langfristiger Wettbewerbsfähigkeit. Sein Ziel ist es, Nachhaltigkeit für Unternehmen und deren Stakeholder praxisnah, datenbasiert und finanziell lohnend zu gestalten. Themenschwerpunkte: Dekarbonisierung, Corporate Carbon Footprint (CCF), Ökobilanzierung / Life Cycle Assessment (LCA), Scope-1-2-3-Bilanzierung, GHG Protocol, Product Carbon Footprint (PCF).
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